Thema des Monats


Gallup Engagement Index 2018 – Unternehmenskultur und Agilität im Fokus


Ende August erschien der neue Gallup Engagement Index Deutschland 2018. Er zeichnet ein wenig positives Bild vom deutschen Arbeitsmarkt, aber gibt gleichermaßen auch Anregungen zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung: Wie das Beratungshaus in seiner Pressemeldung verkündete, haben mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer (14 Prozent) bereits innerlich gekündigt und besitzen keine Bindung zum Unternehmen. Dabei belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von innerer Kündigung im Jahr 2018 auf eine Summe zwischen 77 und 103 Milliarden Euro – Gallup spricht hier von „schlechten Chefs“ als Ursache. Die Frage ist, was Unternehmen und Führungskräfte tun können, damit Deutschland nicht ins Hintertreffen gelangt, solange die Wirtschaft noch floriert. Der Engagement Index beantwortet diese Frage mit der Unternehmenskultur, die entscheidet, wie schnell Unternehmen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen, sowie das Verhalten der direkten Führungskraft, das den Grad der Mitarbeiterbindung beeinflusst. Besonders wichtig schätzt Gallup die Agilität einer Organisation ein, die sich durch mehr Handlungsspielraum, größere Eigenständigkeit, bessere Zusammenarbeit und Mut für Neues erhöht.


Geringe Bindung wirkt sich auf die Volkswirtschaft aus

Grundlage des Engagement Index 2018 ist eine repräsentative Befragung unter 1000 Arbeitnehmern, wobei die Auswahl nach dem Zufallsprinzip und mittels Telefoninterviews erfolgt. Die Feldzeit der Studie lag zwischen dem 15. Februar und 15. März 2018. Im Rahmen der Untersuchung werden 12 Aussagen abgefragt, die Grundbedürfnisse von Arbeitnehmern (Materialien, Erwartungen), Unterstützung (Entwicklungsförderung etc.), Teamarbeit (Bedeutung der eigenen Arbeit, Freundschaften etc.) sowie Wachstum (Neues lernen etc.) betreffen. Aufgrund der Gallup Q12 gibt es – basierend auf deren Antwortverhalten – drei Kategorien von Arbeitnehmern: Solche mit hoher, mit geringer sowie ohne emotionale Bindung an den Arbeitgeber.

Ergebnis des Engagement Index 2018 ist, dass nur rund 15 Prozent der Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung zum Arbeitgeber haben (hochgerechnet 5,508 Millionen). Ganze 71 Prozent (26,071 Millionen) haben eine geringe emotionale Bindung, 14 Prozent (5,140 Millionen) gar keine. Dabei hat die emotionale Bindung eines Mitarbeiters verschiedenartige bedeutsame Auswirkungen, etwa auf die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie das Empfehlungsverhalten bezüglich des Arbeitsplatzes und der Produkte und Dienstleistungen des Arbeitgebers. Nicht zuletzt beeinflussen Arbeitnehmer, die nur Dienst nach Vorschrift leisten, die Volkswirtschaft negativ, indem etwa die Leistungsbereitschaft und Arbeitsqualität sinkt und die Zahl der Arbeitsunfälle sowie die Kündigungsrate steigen.






Der Weg zu Agilität führt über den Kulturwandel

Was aber sind die wirksamen Faktoren, die Angestellte zufrieden machen und gleichermaßen zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beitragen? Zum einen natürlich die erlebte, direkte Führung. Zum anderen betont der Engagement Index die Bedeutung von Unternehmenskultur und Agilität.

Laut Gallup führt der Weg zu Agilität über einen Kulturwandel, wobei sich Agilität aus den Komponenten „Mindset“ und „Systems & Process“ zusammensetzt. Arbeitnehmer, die in agilen Organisationen beschäftig sind, vertrauen auf die Konkurrenzfähigkeit sowie finanzielle Zukunft ihres Unternehmens. 44 Prozent stimmen der Aussage zu, immer das Richtige für die Kunden zu tun (lediglich 12 Prozent in nicht-agilen Unternehmen).Marco Nink, Regional Lead Research & Analytics EMEA bei Gallup sagt: „Agilität zahlt sich doppelt aus. Es verbessert einerseits die zukünftige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, da Unternehmen schneller handeln, effizienter arbeiten und mutiger sind, Neues zu wagen.“ Zugleich erhöhe sich die emotionale Bindung, die bei agilen Unternehmen bei 43 Prozent, bei nicht-agilen lediglich bei sechs Prozent liege.

Die Rolle der Führungskraft bei der Mitarbeiterbindung

Im Ländervergleich mit Frankreich, Spanien und Großbritannien schneidet Deutschland derzeit jedoch nicht gut ab: Die Mehrheit der Arbeitnehmer nimmt ihr Unternehmen als nicht agil war, nur zehn Prozent sind der Meinung, der Arbeitgeber verfüge über die richtigen Arbeitsmittel, Prozesse und Einstellung, um schnell auf geschäftliche Anforderungen reagieren zu können. „Der aktuelle Erfolg der deutschen Wirtschaft lässt Unternehmen träge werden“, weiß Nink. „Diese Einstellung ist gefährlich, da sich jedes Unternehmen fragen muss, ob sein Geschäftsmodell auch in fünf Jahren noch Bestand hat.“

Gerade weil mittlerweile bekannt ist, dass Agilität zu Wettbewerbsvorteilen führt, sollten Unternehmen den Wandel hin zum agilen Mindset, agilen Arbeitsprozessen sowie modernen Arbeitsmitteln fördern. Dies erfordert insbesondere ein Umdenken der Führungsebene – Führungskräfte agieren als Coaches, nicht als Leistungskontrolleure. Sie sollten im Stande sein, ihre Mitarbeiter stärkenbasiert zu entwickeln, zentrale emotionale Mitarbeiterbedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen und im konstruktiven Dialog zu stehen. Bisher stimmen allerdings nur 22 Prozent der Arbeitnehmer der Aussage zu, dass die erlebte Führung sie motiviert, hervorragende Arbeit zu leisten. Emotional gering oder ungebundene Mitarbeiter beklagen stattdessen, dass Führungskräfte ihre emotionalen Bedürfnisse übersehen. Lösungen bieten Institute wie kopfarbeit. Barbara Haag, die passgenaue und nachhaltige Maßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeiter auf dem Weg in die Zukunft Ihres Unternehmens bieten.

Den Engagement Index 2018 finden Sie kostenlos zum Download auf der Website www.gallup.de


Zurück →