Thema des Monats


Ein Jahr geht zu Ende: Zeit zum Innehalten

2016 hat es vielen von uns nicht eben leicht gemacht. Schreckensmeldungen erschütterten die Welt beinahe im Wochentakt. Die Anschläge von Nizza und die humanitäre Situation in Syrien, politische Umwälzungen wie Brexit und die US-Wahl, der Abschied von Legenden wie David Bowie, Prince und zuletzt Leonard Cohen, die uns oft ein Leben lang begleiteten: die Zeichen standen häufig auf Abschied und Umbruch. Zukunftsängste bleiben da nicht aus. Und dennoch war nicht alles schlecht. Jenseits der “großen” Tendenzen gibt das Jahresende Anlass, persönliche und berufliche Entwicklungen Revue passieren zu lasse und sie zu würdigen. Wir haben sechs Tipps zusammengestellt, mit denen das gelingen kann.


Eine andere Neujahrsliste

Es ist Brauch geworden, zum Jahresende Besserung zu geloben. Das Rauchen aufgeben, weniger trinken, gesünder essen, mehr Sport treiben: die meisten von uns möchten im neuen Jahr irgendetwas besser machen. Und vergessen dabei, dass ein Jahr geht, in dem vieles erreicht wurde. Oft sehen wir erst im Rückblick, welche Erfahrungen, Menschen oder Aufgaben uns weiterbringen, antreiben und motivieren. Haben Sie Ihre guten Vorsätze und Ziele für 2017 schon aufgeschrieben? Unser Tipp Nummer 1 lautet: Machen Sie eine zweite Liste, in der Sie festhalten, was Sie dieses Jahr erreicht haben. Was waren Ihre positivsten Erfahrungen? Was spornt Sie an, noch mehr zu erreichen? Auf welche Erfolge sind Sie stolz? Was können Sie als erreichtes “Etappenziel” verbuchen? Eine solche Liste hilft, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Stärken zu haben, anstatt nur den “Berg” zu sehen, der noch vor Ihnen liegt.


Der Weg ist das Ziel – mehr als eine Floskel!

Unsere Lebens- und Arbeitswelt ist vor allem eines: schnell. Die Leistungsgesellschaft verlangt von uns, nach dem Prinzip “schneller, höher, weiter” zu agieren. Das bringt Wettbewerb mit sich. Fürchten Sie Familien- oder Klassentreffen, bei denen sich die Vergleiche geradezu aufdrängen? Der Schulkamerad oder die Schwägerin ist bereits in die Chefetage aufgestiegen, hat geheiratet und ein Haus gekauft? Und Sie kämpfen um die nächste Beförderung, das nächste Weiterbildungsziel oder die Gehaltserhöhung? Vergessen Sie solche Gedanken. Vergleiche mit anderen sind erwiesenermaßen einer unserer größten Glücks- und Erfolgs-”Killer”. Jeder Mensch, jedes Leben hat seinen eigenen Rhythmus. Ziele sind wichtig und treiben uns an. Aber die Reise, die uns dorthin führt, ist kein durchgeplantes Angebot aus dem Reisebüro-Katalog. Auf diesem Weg lernen wir, treffen Menschen und machen Erfahrungen, die uns voranbringen, und jeder dieser Momente ist wichtig und passiert nicht ohne Grund. Unser Tipp Nummer 2: Söhnen Sie sich mit dem Ort aus, an dem Sie gerade sind, nehmen Sie alle Erlebnisse und Umwege an und bleiben Sie neugierig. Die Gehaltserhöhung, das Einfamilienhaus, die Beförderung oder der Traumjob kommen – garantiert.


Belohnen Sie sich!

Das Nobelpreis-Kommittee hat nicht Sie ausgewählt, sondern Bob Dylan? Das macht nichts. Anerkennung von außen ist etwas Wunderbares, aber letztlich nutzlos, wenn Sie sich selbst nicht überzeugen. Wir sind sicher: 2016 haben Sie etwas erreicht oder getan, auf dass Sie stolz sein dürfen – eine neue Fähigkeit erlernt, eine berufliche Herausforderung gemeistert, etwas lange Aufgeschobenes erledigt oder einem Freund oder Kollegen zur Seite gestanden. Jetzt ist die Zeit, sich dafür zu belohnen. Unser Tipp Nummer 3: Arrangieren Sie Ihre eigene Preisverleihung! Überlegen Sie, mit was Sie Ihre eigene Anerkennung erworben haben und zeichnen Sie sich dafür aus. Wie, bleibt ganz Ihnen überlassen. Jetzt ist die Zeit, sich kleine und große Wünsche zu erfüllen. Verbringen Sie ein Wochenende in einer Traumstadt, laden Sie Freunde zum Essen ein oder gönnen Sie sich ganz einfach ruhige Tage zu Hause mit Ihren Liebsten. Sie haben etwas zu feiern: sich.


Upwards and Onwards: Was motiviert Sie?

Auch in Sachen Motivation hilft der Blick auf das zurückliegende Jahr. Bei welcher Tätigkeit, in welcher Rolle in Ihrem Leben und in Ihrem Beruf haben Sie echte Erfüllung gefunden? Was wurde zur positiven Erfahrung, was fühlte sich dagegen “zäh” und kräftezehrend an? Indem Sie diesen Fragen auf den Grund gehen, bekommen Sie ein Gespür für Ihre Motivatoren. Dabei geht es nicht nur um den Blick auf eine Situation oder Aufgabe, sondern um das, was diese für Sie zum positiven Erlebnis gemacht hat. War es der Erwerb von neuem Wissen, der Zusammenhalt im Team, das Kräftemessen mit Wettbewerbern? Oder die Chance für etwas zu arbeiten, dass Ihnen am Herzen liegt? Alles, was uns leicht von der Hand geht und uns mit Freude erfüllt, lässt uns erfolgreich sein. Vergessen Sie Aussagen wie “das Leben ist kein Ponyhof” oder “Arbeit muss keinen Spaß machen”. Natürlich gibt es immer Rückschläge, “schwarze Tage” und manchmal auch Zweifel. Aber den richtigen Weg erkennen Sie daran, dass er sich richtig anfühlt. Unser Tipp Nummer 4: Überlegen Sie ganz genau, für was Sie brennen und bei was Sie buchstäblich “aufblühen”. Das zeigt Ihnen die Motivatoren, die Sie Ziele erreichen lassen.


Trennen Sie sich von Energievampiren!

Das Jahresende ist immer ein guter Anlass, das eigene Leben mit seinen Aufgaben, Beziehungsgefügen und Anforderungen auf den Prüfstand zu stellen und wenn nötig Kurskorrekturen vorzunehmen. Wer beim jetzigen Arbeitgeber auch unter maximalem Einsatz aller Fähigkeiten keine Zukunft sieht, kann jetzt eine Neuausrichtung erwägen. Oder einen großen Schritt – Anstellung vs. Selbstständigkeit, Richtungswechsel, außerberufliches Engagement – wagen. Der große “Jahresendputz” während der magischen Raunächte muss nicht nur den Job betreffen. Gibt es in Ihrem Leben Situationen oder auch Menschen, die Sie mehr Energie kosten, als Sie zurückbekommen? Unser Tipp Nummer 5: Distanzieren Sie sich von Zweiflern, Schwarzmalern und Energieräubern. Wenn schon nicht räumlich, dann wenigstens innerlich. Jetzt ist die Zeit, den eigenen Kurs zu justieren und dann unbeirrt zu verfolgen, egal, was andere darüber denken.


Und was ist nun mit den Zielen und Vorsätzen?

Die behalten Ihre Berechtigung und Plattitüden wie “wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden” bei aller Abgedroschenheit Ihre Gültigkeit. Die Position ist bestimmt – wie geht es nun weiter? Was möchten Sie erreichen? Was davon lässt sich bis zum nächsten Silvesterabend erreichen? Hier gilt es, die richtige Mischung aus “Ehrgeiz” und “Realitätscheck” zu finden. Wer seine Ziele und Pläne zu hoch ansetzt, setzt sich Enttäuschungen und vorprogrammierter Frustration aus. Wer unter seinen Möglichkeiten bleibt, verliert den Glauben an sich und seine Fähigkeiten. Wenn Musiker oder Sportler üben bzw. trainieren, streben sie einen Punkt an, den Fachleute den “sweet spot” nennen. Der befindet sich knapp über dem bereits erreichten Niveau an Fähigkeiten – dort, wo Lernen mit Erfolgserlebnissen statt Frusterfahrung möglich ist. Ganz egal, was Sie sich vornehmen: suchen Sie nach dem “sweet spot”, der Ihnen ein Maximum an neu Erlernbarem bei einem notwendigen Minimum an Sicherheit bietet. Unser Tipp Nummer 6: Dehnen Sie Ihre Komfortzone Schritt für Schritt ein Stückchen weiter aus und suchen Sie nach dem magischen Ort zwischen Unter- und Überforderung. Sie werden überrascht sein, wie schnell Sie Ihrem Ziel näherkommen!


Fazit und Ausblick

Natürlich sollen Sie am Silvesterabend keine “Checkliste” abarbeiten. Vielleicht treffen auch gar nicht alle unserer Tipps auf Sie zu, weil Sie einzelne Überlegungen schon früher angestellt haben oder Schritte früher gegangen sind. Umso besser! Wählen Sie die Punkte aus, bei denen Sie “Nachholbedarf” sehen, und richten Sie Ihren Fokus auf diese: Weniger ist mehr. Und Sie müssen nicht alles im neuen Jahr erreichen. Was zählt, ist nur Ihr persönlicher Takt, Ihr Fokus, Ihre “rote Linie”. Bleiben Sie sich treu. Dann wird auch der Silvesterabend 2017 eine Feier des zurückliegenden Jahres anstelle eines Bangen “die Zukunft liegt in Finsternis”-Erlebnisses. Politische und wirtschaftliche Großwetterlagen können Sie nicht von heute auf morgen ändern, wohl aber Ihr eigenes Drehbuch schreiben.

Wir von kopfarbeit. wünschen Ihnen ruhige Feiertage und einen guten Jahresstart mit viel Zeit, das vergangene Jahr zu feiern. Wir freuen uns darauf, auch 2017 an Ihrer Seite zu sein, wenn es um Ihre Ziele, Pläne und Träume geht. Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!


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