Thema des Monats


Female Leadership – Gleichstellung als Erfolgsmodell in einer globalisierten Welt

Was haben Deutschland, Südkorea und Pepsi gemeinsam? Sie lassen sich alle von einer Frau anführen. Was noch vor zwei Jahrzehnten praktisch undenkbar gewesen wäre, ist inzwischen ein fast normaler Bestandteil der politischen und wirtschaftlichen Landschaft. Die Rede ist von Female Leadership, von Frauen an der Spitze.

Lange gehörten Frauen in Unternehmen nur als adrette Assistentinnen ins Vorzimmer. Doch mit der Jahrtausendwende ging auch ein Wandel in den Köpfen einher. Mehr und mehr wurde klar, dass Macho-Management und Turbokapitalismus nicht nur moralisch zweifelhaft sind, sondern ein dauerhaftes gesundes Wirtschaften erschweren.

Seitdem hat sich die Anzahl von Frauen auf der Führungsebene mehr als verdoppelt. Frauen in Spitzenpositionen verdienen so viel wie ihre männlichen Managerkollegen – und bisweilen sogar mehr, wie beispielsweise die neue General-Motors-Chefin Mary Barra, für die es jüngst eine Gehaltserhöhung von 9 auf 14,4 Millionen Dollar Jahresgehalt gab.

Sind Frauen der bessere Boss?

Wo freie Märkte nach vernetztem Denken verlangen und der Faktor Mensch wieder eine zunehmende Rolle in der Arbeitswelt spielt, wurde der Ruf nach einem alternativen Führungsstil laut. Und dass Frauen anders leiten als Männer, daran besteht kein Zweifel. Aber was genau macht eigentlich den Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Führungsstil aus? Und worin liegt er begründet?

Tendenziell denken Frauen anders als Männer. Die Hirnhälften arbeiten vernetzter. Das war in den klassischen Managementmodellen hinderlich, in denen Zielstrebigkeit und die Fokussierung auf ein Gebiet die wichtigsten Werte waren. Aber für global handelnde Unternehmen zeigt sich im neuen Jahrtausend vor allem das Mitdenken des "großen Ganzen" als Herausforderung, die Expansion ins Internationale, das Erschließen neuer Bereiche – und dabei können Frauen auftrumpfen.

Gleichstellung zahlt sich aus

Sollte nun also das gesamte Management in die Hände von Frauen gehen? Die Antwort gibt Dr. Stephanie Eckermann, die bei McKinsey das "Female Leadership Program" leitet: "Ich denke nicht, dass der weibliche Stil besser ist oder der männliche. Es ist eben gut, wenn man beide versteht."

Genau hierin liegt, wie so oft, der Schlüssel zum Erfolg: vom Anderen lernen und die eigenen Methoden optimieren. Weibliche Stärken mit männlichen Qualitäten verbinden, gemischte Teams bilden, Synergieeffekte erschaffen. Eine von McKinsey durchgeführte Studie, "Women Matter", belegt, dass Unternehmen mit höherem Frauenanteil im Topmanagement signifikant höhere Gewinne aufweisen.

In Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Frankreich weiß man das: Hier liegt der Frauenanteil im Management immerhin zwischen 15 und 20 Prozent. In Deutschland, das mit nicht einmal drei Prozent wertvolle Chancen verstreichen lässt, sehen wir als Personalentwickler dringenden Handlungsbedarf.

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